Qualität und Datenkonsistenz
In der Lebensmittelindustrie entscheiden konsistente Daten, klare Abläufe und sichere Prozesskontrolle täglich über Qualität, Audit-Fähigkeit und Marge. Odoo ist ein vollintegriertes ERP, das im Standard die wichtigsten Prozesse für Lebensmittelhersteller und Grosshandel abdeckt. Spezifische Anforderungen lassen sich mit dem anpassbaren Odoo Framework zuverlässig, kosteneffizient und upgradesicher umsetzen.
Das Versprechen von ERP-Partner für Lebensmittelhersteller und Grosshandel:
- 9 Jahre Praxiserfahrung mit Odoo in der Lebensmittelindustrie.
- Zentraler Ansprechpartner: Projektleitung, Konfiguration, Entwicklung und Tests in einer Hand.
- Realistische Zusagen: Kein Überversprechen, Umsetzung durch tiefes funktionales und technisches Odoo Know-how (Prozesse, Konfiguration, Python, QWeb).
- Datenkonsistenz durch den ganzen Warenfluss: Von Lieferantenbestellung über Wareneingang, Fertigung, QS und Auslieferung bleiben Chargen, MHD und Spezifikationen durchgängig verknüpft.
- Food-Stammdaten als saubere Basis: Zutaten, Nährwerte und Allergene werden strukturiert erfasst und entlang Stücklisten, Fertigungsabläufen und Dokumenten automatisiert weiterverwendet.
- Odoo aus einer Hand: Auf Wunsch inklusive Mitarbeiterverwaltung, Buchhaltung, Payroll uvm., sauber integriert in die Gesamtprozesse.
- Upgradesicherer Ausbau: Erweiterungen werden so umgesetzt, dass Updates planbar bleiben und die Lösung langfristig wartbar ist.
Lebensmittel-Warenfluss
In den nachfolgenden Abschnitten erfährst du, wie ein typischer Warenfluss für ein Industrieunternehmen aus der Lebensmittelbranche mit einer vollintegrierten Odoo Lösung aussieht. Dabei wird der Odoo Standard konsequent genutzt. Nur dort, wo es für Qualität, Rückverfolgbarkeit oder Effizienz einen echten Hebel bringt, werden schlanke Custom Module eingesetzt.
Folgende Schritte werden abgedeckt:
- Stammdaten + Spezifikationen: Artikelstamm, Zutaten, Allergene, Nährwerte (Kalkulation), Rezepturen/Stücklisten, Etiketten- und Deklarationsdaten, Versionierung
- Lieferantenmanagement: Lieferantenfreigabe, Anfragen/Bestellungen, Preis- und Konditionslogik, Spezifikationen je Rohstoff/Packaging
- Wareneingang: Chargen- und MHD Erfassung, CoA/Spezifikationsprüfung, Sperre bis Freigabe, lückenlose WE Dokumentation
- QS + HACCP / Eigenkontrolle (auditfähig): Prüfpläne (inkl. CCPs), Messwerte/Checks, Abweichungen und Korrekturmassnahmen, Freigabe/Sperre, Prüfprotokolle als Nachweis
- Lager & Bestandsführung: FEFO/FIFO, MHD-Logik, Sperrbestand, Barcode Prozesse, Umlagerungen, Inventuren
- Fertigung + Verpackung: Chargenbildung, Verbrauch Rohstoffchargen, Ausschuss/Nebenprodukte, Verpackungsstufen
- Etikettierung + Dokumente: Labeldruck (Zutaten, Allergene, Nährwerte), Chargenkennzeichnung, produkt- und chargenbezogene Dokumente (z.B. CoA Beilage)
- Auslieferung: Pick/Pack, FEFO-Auslagerung, Chargen auf Lieferscheinen, saubere Versanddokumentation
- End-to-end Rückverfolgbarkeit + Rückrufe: Rohstoffcharge → Produktionscharge → ausgelieferte Kunden, Rückruf-Report, schneller Audit-Export, Rückruf-Testfähigkeit
- Controlling: Kosten, Marge, Ausschuss- und Yield-Auswertung, benutzerdefinierte KPIs

Stammdaten und Spezifikationen
Produktdaten werden in Odoo in mehreren, verknüpften Datenmodellen gespeichert. Hauptsächlich im Produkt (Produktvorlage und Produktvarianten), in der Stückliste (BoM) und in der Charge (Lot).
1) Produkt (Produktvorlage und Varianten)
Auf dem Produkt werden alle Daten gespeichert, die pro Produktversion gleich bleiben, unabhängig von einzelnen Chargen oder Batches. Dazu gehören z.B. Artikelstamm, Einheiten und Verpackungen, Zutaten, Allergene, Deklaration sowie Nährwerte. Zutaten, Nährwerte und Allergene können, wenn gewünscht, automatisch aus den Rohstoffen berechnet werden (Custom), basierend auf der Rezeptur und der Deklaration der eingesetzten Komponenten.
2) Stückliste (Rezeptur und Fertigungsablauf)
Auf der Stückliste werden die produktionsspezifischen Informationen gepflegt. Dazu gehören Rezeptur (Mengen und Komponenten), Variantenlogik sowie Arbeitsabläufe und Arbeitsschritte. Die Stückliste ist die zentrale Basis, damit Produktion und Kalkulation sauber und reproduzierbar funktionieren.
3) Charge (Lot) für Lotgeführte Produkte
Auf dem Lot werden chargenspezifische Informationen gespeichert, z.B. Lotnummer, Haltbarkeitsdatum (MHD), Alarmdatum und weitere QS-relevante Felder. Lotnummern sind immer mit dem Produkt verknüpft. Bei lotgeführten Produkten wird die Lager- und Produktionslogik so konfiguriert, dass Bewegungen nur mit Lotnummer möglich sind. Damit ist jederzeit klar, welche Produkte wann, mit welcher Produktversion und mit welchen eingesetzten Rohstoffchargen produziert wurden.
4) Versionierung und Produktänderungen
Pro Produktversion kann ein eigenes Produkt geführt werden. Veraltete Produktversionen werden archiviert, damit keine falschen Versionen mehr bestellt, produziert oder ausgeliefert werden. Produktänderungen und Neuentwicklungen werden strukturiert und nachvollziehbar umgesetzt, ohne die laufenden Prozesse zu stören.
5) PLM für kontrollierte Änderungen
Produktänderungen werden über das PLM-Modul verwaltet. Mit definierten Entwicklungsschritten, Freigabe-Workflows und kontrollierten Stücklisten-Anpassungen lassen sich Produktneuentwicklungen und Produktanpassungen sauber planen, testen und freigeben. So bleibt klar, ab wann eine neue Version gültig ist, und welche Version in welchem Zeitraum verwendet wurde.
6) Spezifikationen, Etiketten, Dokumente (PDF)
Produktspezifikationen, Etiketten und weitere Dokumente können als dynamische PDF-Berichte generiert und an externe Drucker gesendet werden. Dadurch entstehen Etiketten und Dokumente konsistent aus den Daten im System, statt aus manuellen Vorlagen.
7) Datenbank, Performance, Backups
Alle Produktdaten liegen in der Odoo PostgreSQL Datenbank. Diese Datenbank ist auch bei sehr grossen Datenmengen performant und zuverlässig, auch bei komplexen Verknüpfungen über Produkte, Stücklisten und Lots. Auf Odoo.sh werden regelmässige Backups erstellt und redundant gespeichert, damit Produktdaten jederzeit sicher verwaltet und vor Verlust geschützt sind.
Lieferantenmanagement
Lieferanten werden in Odoo im Kontakte-Modul gepflegt. Pro Lieferant lassen sich beliebig viele Ansprechpartner sowie separate Rechnungs- und Lieferadressen hinterlegen. Einkäufe laufen im Einkauf-Modul (Purchase). Die einzukaufenden Rohstoffe und Packaging-Artikel werden in den Produktdaten gepflegt (siehe Stammdaten und Spezifikationen).
1) Lieferantenstammdaten und Struktur
Lieferanten können sauber strukturiert werden, inkl. Ansprechpartnern, Rollen, Adressen und internen Notizen. So bleibt klar, wer wofür zuständig ist und wohin bestellt bzw. fakturiert wird.
2) Angebotsanfragen und Vergleich von Angeboten
Im Einkauf-Modul werden Angebotsanfragen erstellt, auch parallel an mehrere Lieferanten. Für Ausschreibungen können diese Anfragen verknüpft werden, damit Preise, Lieferzeiten und Konditionen direkt vergleichbar sind. Danach wird die Anfrage nahtlos in eine Bestellung überführt. E-Mails werden nach Wunsch automatisch an die Lieferanten gesendet, mit dynamischen Mailvorlagen.
3) Preis- und Konditionslogik pro Produkt und Lieferant
Pro Artikel können Lieferanten, Einkaufspreise, Mindestmengen und Lieferzeiten hinterlegt werden. Odoo schlägt diese Daten beim Erstellen einer Anfrage oder Bestellung automatisch vor. Damit bleibt die Einkaufslogik stabil und nachvollziehbar, ohne Excel-Listen.
4) Bestellen manuell oder automatisch
Bestellungen können manuell ausgelöst werden, oder automatisch über Mindestbestände. Zusätzlich kann der Bedarf aus Fertigungsaufträgen in die Beschaffung einfliessen, damit Rohstoffe und Packaging rechtzeitig verfügbar sind. Automatisierte Bestellungen sind auch basierend auf einer Custom-Logik möglich, damit volatiler Bedarf gedeckt werden kann, bei dem Mindestbestandregeln zu statisch wären.
5) Kommunikation direkt am Einkaufsvorgang
E-Mails können direkt aus Odoo versendet werden. Antworten der Lieferanten werden beim jeweiligen Einkaufsvorgang gespeichert. So bleibt die komplette Kommunikation am richtigen Ort dokumentiert.
6) Spezifikationen und Dokumente je Rohstoff und Packaging
Spezifikationen, CoA, Allergen-Dokumente oder Vereinbarungen können direkt am Einkaufsvorgang oder am Artikel abgelegt und verknüpft werden. Dadurch ist beim Bestellen und später beim Wareneingang klar, welche Nachweise und Dokumente erwartet werden.
7) Lieferantenrechnungen: Erfassen, prüfen, abgleichen
Wenn der Lieferant die Rechnung sendet, kann sie von Odoo automatisch digitalisiert werden. Odoo gleich danach automatisch die Rechnung Bestellung und Wareneingang ab, damit nur geliefert und geprüft bezahlte Ware bezahlt wird. Ein Freigabeprozess kann je nach Bedarf eingerichtet werden.
8) Zahlungen und Bankdateien
Aus den Lieferantenrechnungen lassen sich Zahlungen vorbereiten und Zahlungsdateien erstellen, die direkt im Bankportal hochgeladen werden können. Fälligkeiten, Skonti und Status bleiben jederzeit transparent.
Wareneingang
Der Wareneingang ist in der Lebensmittelindustrie der erste Qualitätsfilter. Hier entscheidet sich, ob Chargen, MHD und Dokumente später wirklich stimmen. Odoo kann den Wareneingang im Standard so abbilden, dass Ware bis zur Freigabe gesperrt bleibt und alles sauber dokumentiert ist. Genau das ist die Basis für Odoo Wareneingang in der Lebensmittelindustrie (Schweiz) und eine belastbare Rückverfolgbarkeit.
1) Wareneingang in drei Schritten (Eingang → QS → Lager)
Mit dem 3-Step Wareneingang wird die Ware zuerst in eine Eingangszone gebucht, danach in eine Qualitätszone (Quarantäne) und erst nach Freigabe ins Lager. Dadurch ist klar: ohne QS-Freigabe keine Verfügbarkeit für Produktion oder Verkauf.
2) Chargen- und MHD Erfassung direkt beim Eingang
Rohstoffe und Packaging werden als lotgeführte Produkte erfasst. Beim Wareneingang werden Lotnummern gepflegt und die Haltbarkeitsdaten (MHD, Alarm-/Removal-Daten) pro Charge gespeichert. Damit funktioniert FEFO später im Lager und in der Kommissionierung ohne Workarounds.
3) CoA / Spezifikationsprüfung als Teil vom Wareneingang
CoA und Spezifikationen werden am Wareneingang verknüpft (als Dokumente/Anhänge) und können über die Quality App als Prüfpunkt abgearbeitet werden. Je nach Rohstoff wird z.B. ein Pass/Fail Check, ein Messwert oder ein Worksheet ausgefüllt. So ist klar dokumentiert, was geprüft wurde und wer freigegeben hat.
4) Sperre bis Freigabe und Sperrbestand bei Abweichungen
Solange Ware in der Qualitätszone liegt, bleibt sie gesperrt. Wenn ein Check fehlschlägt, kann die Ware direkt in einen Sperrbestand / Fehler-Standort umgelagert werden. Damit bleibt der Status sichtbar, und die Ware wird nicht “aus Versehen” verbraucht oder ausgeliefert.
5) Lückenlose Wareneingangs-Dokumentation
Bestellung, Lieferschein, Lotnummern, MHD, QS-Checks und Anhänge sind am gleichen Vorgang verknüpft. Damit ist der Wareneingang jederzeit nachvollziehbar, auch Wochen später im Audit oder bei Rückfragen aus der Produktion.
QS + HACCP / Eigenkontrolle (auditfähig)
Qualitätssicherung ist in der Lebensmittelindustrie kein “Extra”, sondern Teil vom Tagesgeschäft. Odoo bringt mit der Quality App im Standard genau das, was ein Schweizer Lebensmittelbetrieb für QS und Eigenkontrolle braucht: Prüfpläne im Prozess, Messwerte, Abweichungen, Freigabe/Sperre und lückenlose Prüfprotokolle als Nachweis.
1) Prüfpläne (inkl. CCPs) als Quality Control Points
Prüfpläne werden als Quality Control Points definiert. Pro Prozessschritt (Wareneingang, Produktionsschritt, Verpackung, Endfreigabe, Auslieferung) wird festgelegt, wann welche Prüfung ausgelöst wird. So werden CCPs und kritische Kontrollen automatisch dort erstellt, wo sie hingehören.
2) Messwerte und Checks direkt im Workflow
Checks können als Messwert (z.B. Temperatur, Gewicht, pH), Pass/Fail, Foto oder Worksheet ausgeführt werden. Die Mitarbeitenden arbeiten die Checks direkt auf dem Auftrag ab, ohne externe Listen. Das macht QS schnell und konsistent.
3) Abweichungen und Korrekturmassnahmen
Wenn ein Check fehlschlägt, wird ein Qualitätsalarm erstellt. Verantwortlichkeiten, Ursachen und Massnahmen werden im gleichen Record dokumentiert. Damit ist der Ablauf klar, und es bleibt nichts “zwischen den Stühlen”.
4) Freigabe / Sperre im System
Ware kann bis zur Freigabe in der Qualitätszone bleiben. Bei Abweichungen geht sie in den Sperrbestand (Failure Location). Damit ist der Status im Lager sichtbar und die Ware wird nicht disponiert oder verbraucht, bevor entschieden ist.
5) Prüfprotokolle als Audit-Nachweis
Alle Checks und Qualitätsalarme sind mit Zeitstempel und Benutzer gespeichert. Für Audits lassen sich Resultate nach Zeitraum, Produkt, Charge, Lieferant oder Arbeitsplatz filtern und exportieren. Für Odoo HACCP / Eigenkontrolle in der Lebensmittelindustrie ist genau diese Durchgängigkeit der Hebel.
Lager & Bestandsführung
Im Lager entscheidet sich die Datenqualität. Odoo Inventory deckt die food-relevanten Themen im Standard ab: FEFO/FIFO, MHD-Logik, Sperrbestand, Barcode Prozesse, Umlagerungen und Inventuren. Das ist die Basis für Odoo Lagerverwaltung in der Lebensmittelindustrie und für einen stabilen Alltag im Betrieb.
1) Lagerstruktur, Zonen und Sperrbestand
Lagerorte und Zonen lassen sich sauber trennen, z.B. Eingang, QS (Quarantäne), Kühllager, Trockenlager, Sperrbestand und Abschrift. Damit ist im System klar, wo sich Ware befindet und ob sie verfügbar ist.
2) FEFO / FIFO Entnahmestrategien
Odoo unterstützt Entnahmestrategien pro Lagerort oder Produktkategorie. Für MHD-Artikel ist FEFO ideal: Odoo priorisiert beim Kommissionieren und beim Verbrauch die Lots mit dem nächstliegenden Ablaufdatum.
3) MHD-Logik (Expiration, Removal, Alert Dates)
Haltbarkeitsdaten werden pro Lot geführt. Neben dem MHD können auch Removal- und Alarmdaten genutzt werden. Damit wird Haltbarkeit operational: du siehst frühzeitig, welche Ware kritisch wird, bevor sie im Versand oder in der Produktion Probleme macht.
4) Barcode Prozesse und GS1
Wareneingang, Umlagerung, Kommissionierung und Inventuren können per Scanner abgewickelt werden. Das reduziert Fehler massiv. Für lotgeführte Produkte unterstützt Odoo auch GS1 Barcodes, damit Lotnummern und relevante Daten ohne Tippen erfasst werden.
5) Umlagerungen (interne Transfers)
Interne Bewegungen sind in Odoo standardisierte Transfers, z.B. QS → Lager, Lager → Produktion oder Lager → Packzone. Mit Lotführung bleibt die Kette durchgängig, auch wenn Ware mehrfach umgelagert wird.
6) Inventuren und Cycle Counts
Stichtagsinventuren und laufende Cycle Counts lassen sich pro Lagerort planen und durchführen. Abweichungen werden dokumentiert, Bestände werden nachvollziehbar korrigiert. Das ist wichtig, damit Rückverfolgbarkeit und Bestandswerte stimmen.
Fertigung & Verpackung
Mit Odoo Manufacturing (MRP) lässt sich die Chargenfertigung im Standard sauber abbilden. Fertigungsaufträge, Arbeitsaufträge und Lotführung verbinden Rezeptur, Ausführung und Rückverfolgbarkeit. Genau das ist für Odoo Produktion in der Lebensmittelindustrie entscheidend.
1) Fertigungsaufträge und geführte Arbeitsaufträge
Die Fertigung läuft über Fertigungsaufträge. Arbeitspläne (Routing) definieren Arbeitsschritte, Zeiten und Arbeitsplätze. Mitarbeitende können über Shop Floor geführt arbeiten, inkl. Arbeitsanleitungen und QS-Checks direkt im Ablauf.
2) Chargenbildung in der Fertigung
Fertigprodukte werden als Produktionscharge (Lot) hergestellt. Die Lotnummer ist direkt mit dem Fertigungsauftrag verknüpft. Damit ist jederzeit klar, wann welche Charge produziert wurde.
3) Verbrauch von Rohstoffchargen
Wenn Rohstoffe lotgeführt sind, wird beim Verbrauch die konkrete Rohstoffcharge erfasst. Damit entsteht automatisch die Kette Rohstoffcharge → Produktionscharge. Genau das macht Rückverfolgbarkeit in Odoo so schnell.
4) Ausschuss und Nebenprodukte
Ausschuss kann als Scrap erfasst werden, sowohl für Komponenten als auch für Fertigware. Nebenprodukte lassen sich in der Stückliste definieren, damit sie automatisch mitproduziert und ins Lager gebucht werden. Das ist in Food relevant für Restmengen oder Nebenprodukte.
5) Verpackungsstufen sauber abbilden
Primär-, Sekundär- und Tertiärverpackung lassen sich über Multi-Level Stücklisten und zusätzliche Arbeitsschritte abbilden. Verpackungsmaterial wird wie Rohstoff geführt und wird in der Produktion mit Lot und Mengen dokumentiert.
Etikettierung & Dokumente
In der Lebensmittelindustrie müssen Etiketten und Dokumente stimmen. Odoo kann Etiketten und PDF-Dokumente direkt aus Systemdaten generieren und pro Produkt, Auftrag und Charge verknüpfen. Damit wird Etikettierung im Alltag einfacher, konsistenter und auditfähiger.
1) Labeldruck direkt aus Odoo (PDF)
Produkt-, Lager- und Versandetiketten werden als PDF aus Odoo generiert und können an Labeldrucker angebunden werden. Die Daten kommen direkt aus Produkt und Lot (Artikel, Charge, MHD). Für Odoo Etikettendruck in der Lebensmittelindustrie ist das der saubere Standard-Ansatz: ein Template, eine Datenquelle, keine Copy-Paste Fehler.
2) Zutaten, Allergene, Nährwerte auf Etiketten
Wenn Zutaten, Allergene und Nährwerte in Odoo strukturiert gepflegt sind (siehe Stammdaten), können sie im Etikett konsistent verwendet werden. Dadurch bleibt Deklaration und Etikett synchron, auch wenn Produkte versioniert werden.
3) Chargenkennzeichnung und GS1
Lots sind in Odoo eindeutig geführt. Barcodes können so aufgebaut werden, dass Lots sauber scannbar sind. Für GS1 kompatible Barcodes gibt es im Standard passende Optionen, damit Lotnummern und relevante Informationen im Lagerprozess robust erfasst werden.
4) Produkt- und chargenbezogene Dokumente
Spezifikationen, CoA, interne Protokolle oder Freigabe-Dokumente können am Produkt, am Wareneingang oder direkt am Lot abgelegt werden. Das ist extrem praktisch im Audit oder bei Rückfragen: die Dokumente sind dort, wo sie hingehören.
5) CoA Beilage im Versandprozess
CoA PDFs können am Lieferauftrag verknüpft werden und bei Bedarf als Beilage im Versandprozess mitgeführt werden. Damit wird die Kundenlieferung sauber dokumentiert, ohne dass Dokumente separat gesucht werden müssen.
Auslieferung
In der Auslieferung muss es schnell gehen, aber trotzdem sauber bleiben. Odoo unterstützt Pick/Pack Prozesse, FEFO-Auslagerung und Lotführung bis auf den Lieferschein. Damit wird Odoo im Lebensmittel Grosshandel und bei Lebensmittelherstellern zur stabilen Basis für einen sauberen Versand.
1) Pick/Pack Prozesse
Je nach Betrieb passt ein 1-, 2- oder 3-Step Versandprozess. Mit Pick → Pack → Ship sind Packzone und Ausgangslager sauber getrennt. Das reduziert Fehler, skaliert gut und macht die Versandlogik transparent.
2) FEFO-Auslagerung für MHD Ware
Wenn MHD-Daten sauber gepflegt sind, priorisiert Odoo mit FEFO automatisch die Lots mit dem nächstliegenden Ablaufdatum. Das reduziert Abschreiber und Reklamationen, gerade bei schnellen Durchlaufszeiten oder FMCG.
3) Chargen auf Lieferscheinen
Bei lotgeführten Produkten sind die Lots im Lieferauftrag gespeichert. Lieferscheine und Versandpapiere können diese Chargeninformationen ausgeben, damit Kunde und Audit sehen, was geliefert wurde. Das ist ein wichtiger Baustein für Odoo Chargenverwaltung in der Lebensmittelindustrie.
4) Saubere Versanddokumentation
Odoo erzeugt Lieferscheine als PDF und dokumentiert den gesamten Ablauf (Kommissionierung, Validierung, Anhänge, Notizen). Je nach Setup können auch Versandlabels und Trackingnummern integriert werden, ohne Medienbruch.
Rückverfolgbarkeit & Rückrufe
Wenn Wareneingang, Lager, Produktion und Auslieferung konsequent lotgeführt sind, liefert Odoo eine echte End-to-End Rückverfolgbarkeit. Rohstoffcharge → Produktionscharge → ausgelieferte Kunden. Genau das braucht ein Schweizer Lebensmittelbetrieb für Rückrufe, Audit-Traceability-Tests und schnelle Antworten bei Reklamationen.
1) Traceability Report pro Charge
Im Lot siehst du die komplette Lebenslinie: Wareneingänge, interne Bewegungen, Fertigungsaufträge und Auslieferungen. Du kannst upstream (woher kam die Ware) und downstream (wohin ging sie) direkt nachvollziehen.
2) Rückruf-Report: betroffene Kunden und Lieferungen in Minuten
Im Rückruffall startest du bei einer betroffenen Rohstoffcharge oder bei einer Fertigproduktcharge. Odoo zeigt dir, welche Produktionschargen betroffen sind und an welche Kunden geliefert wurde. Die Listen lassen sich exportieren, damit Kommunikation und interne Abstimmung schnell laufen.
3) Schneller Audit-Export
Für Audits kannst du die Rückverfolgbarkeit pro Charge mit wenigen Klicks zeigen und exportieren. Das reduziert Suchzeit und macht Traceability-Tests realistisch, statt dass du dich durch Excel-Listen kämpfen musst.
4) Rückruf-Testfähigkeit als Teil der Prozesskontrolle
Rückruf-Tests können periodisch durchgeführt und dokumentiert werden, z.B. über QS-Workflows und Worksheets. Damit ist im Audit nicht nur der Prozess vorhanden, sondern auch der Nachweis, dass er funktioniert.
Controlling
In der Lebensmittelindustrie zählen Kosten, Marge und Ausschuss. Odoo verbindet Produktion, Lagerbewertung und Verkauf, dadurch wird Controlling praxisnah. Du bekommst Zahlen direkt aus dem Prozess, nicht aus nachträglichen Excel-Rekonstruktionen.
1) Kosten und Herstellkosten pro Fertigungsauftrag
Odoo berechnet Herstellkosten pro Fertigungsauftrag basierend auf Komponenten, Arbeitsgängen und Arbeitsplätzen. Damit siehst du Produktionskosten transparent, auch wenn du mehrere Verpackungsstufen oder Zwischenprodukte hast.
2) Marge nach Produkt, Auftrag und Kunde
Mit gepflegten Kosten liefert Odoo Margen direkt auf Angeboten und Aufträgen. Für B2B und Grosshandel ist das extrem wertvoll: du siehst schnell, welche Kunden und Artikel sich wirklich lohnen.
3) Ausschuss- und Yield-Auswertung
Ausschuss wird als Scrap erfasst und wirkt auf Kosten. Nebenprodukte können in Stücklisten geführt werden. Über die Produktionsanalyse bekommst du Auswertungen zu Mengen, Zeiten und Kosten. Damit wird sichtbar, wo Ausschuss entsteht und wie sich Yield und Effizienz verändern.
4) Bestandsbewertung (optional bis auf Lot-Ebene)
Je nach Bewertungsmethode (z.B. FIFO oder Durchschnitt) kann die Bestandsbewertung bis auf Lot-Ebene geführt werden. Das ist hilfreich, wenn du Chargenkosten transparent halten willst und Abweichungen schneller finden möchtest.
5) Benutzerdefinierte KPIs
Odoo Reporting liefert Pivot-Reports und Odoo Spreadsheet. Damit lassen sich KPIs wie Ausschussquote, Servicegrad, MHD-Risiko oder Marge pro Kunde auswerten. In der Praxis ist das oft der schnellste Weg zu einem brauchbaren Food-Controlling, ohne dass zuerst ein separates BI-Projekt nötig ist.
Du hast Fragen zum Einsatz von Odoo in der Lebensmittelindustrie? Kontaktiere mich gerne.